“Einfaches Leben hat mir gezeigt, was meine Berufung ist.”

Malte Hartwieg vom Verein "Jeder Tag zählt"

Es gibt so viele Menschen, die sich mit großen Engagement für das Wohl von Tieren einsetzen. Einige von ihnen – und ihre Projekte – wollten wir näher kennenlernen und haben ihnen 10 Fragen gestellt. Dieses Mal: Malte Hartwieg, Gründer und Vorstand des Vereins “Jeder Tag zählt e.V.”

1. Wer bist du und was machst du?

Ich war 20 Jahre lang Investmentmanager, habe mich dann zwei Jahre in die Berge auf einer spanischen Insel zurückgezogen, um dort zu meditieren. In der Zeit habe ich ein Lamm gerettet und aufgezogen und noch einige andere Tiere. Das einfache Leben dort hat mir gezeigt, was meine Berufung tatsächlich ist: Dafür zu kämpfen, dass Menschen aufhören Tiere zu unterdrücken.

2. Worum geht es bei Jeder Tag zählt e.V.?

Mit einigen guten Seelen, die genauso denken wie ich habe ich einen Verein gegründet, der sich für die Rechte der Tiere einsetzt. Unser Ziel ist es, die effektivste Organisation für Tiere zu werden. Wobei sich die Effektivität nach einer einfachen Formel berechnet: Eingesetzte Mittel geteilt durch gerettete Tiere mal ehrenamtliche Helfer. Je kleiner die Zahl, desto effektiver die Arbeit für die Tiere.

3. Du selbst lebst vegan. Seit wann und wieso ernährst du deinen Hund/ Katze vegan?

Als meine Familie und immer mehr Verwandte und Freunde schon eine Zeitlang vegan lebten und mehr Mitgefühl für Tiere entwickelten, war es ein komisches Gefühl, die abgepackten Leichenteile anderer Tiere in Dosen auf das Band an der Kasse im Supermarkt zu legen. Einmal gab es Lamm in Dosen und mein Lamm wollte auch davon probieren. Da wurde uns klar, dass es so nicht weitergehen konnte.

4. Wie geht es deinen Hunden und Katzen seit der Umstellung?

Wir haben alle Dosen und das Trockenfutter in die Mülltonne geworfen und uns veganes Futter besorgt. Die Tiere liebten es vom ersten Tag an. Bald haben wir dann damit angefangen, auch selbst schmackhafte Speisen für unsere Hunde zuzubereiten.

5. Lässt du deine Tiere regelmäßig vom Tierarzt durchchecken? Was lässt du prüfen? Wie sind die Werte?

Am Anfang, als wir noch nicht sicher waren, ob wir alles richtig machen, haben wir ab und zu die Blutwerte der Tiere untersuchen lassen. Mit dem Ergebnis, dass alles in Ordnung war.

6. Welche Tipps hast du für Menschen, die gerne ihre Tiere vegan ernähren würden, aber Sorge haben, ob sie sie damit richtig versorgen?

Es ist ganz verständlich, dass viele Menschen einer veganen Ernährung für Hunde zunächst einmal ablehnend gegenüberstehen. Hat man doch jahrelang gelernt, dass Hunde Fleischfresser sind. Tatsächlich sind sie aber Allesfresser und wie auch beim Menschen ist es der Körperzelle des Hundes letztendlich egal, aus welcher Quelle die Aminosäure und andere Nährstoffe stammen. Denn wenn diese bei der Zelle ankommen, lässt sich nicht mehr unterscheiden, ob sie von einem Stück Fleisch oder einer Bohne kommen. Und weil Hunde auch für viele Krankheiten anfällig sind, die der Fleischkonsum mit sich bringt, ist eine pflanzliche Ernährung nicht nur für das Herrchen oder Frauchen ethisch korrekter, sondern auch besser für die Gesundheit des Hundes.

7. Hast du dein Tier aus dem Tierschutz oder aus zweiter Hand? Warum hast du dich genau so entschieden?

Alle unsere Tiere kommen direkt von der Straße. Es hat sich dabei nie die Frage gestellt, ob wir ihnen helfen sollen. Sie waren dort, brauchten Hilfe und wir haben sie aufgenommen.

8. Was würde deine vegane und nachhaltige Lebensweise mit Haustieren noch besser unterstützen?

Wenn man die Menschen besser aufklärt, werden mehr Tierhalter eine pflanzliche Ernährung für ihre Liebsten wählen, dann sinken die Preise für das vegane Futter und dann fällt die Umstellung vielen bestimmt noch leichter.

9. Bitte erzähle uns noch etwas zu deinem aktuellen Buch „Powerfood für Hunde“. Worum geht es, wie ist es entstanden und was ist deine Motivation das Buch kostenlos zu verteilen?

Am Anfang wusste ich nicht, was ich machen soll, auf was ich achten muss und wie ich leckere und günstige Speisen für die Tiere zubereiten kann. Als ich all diese Erfahrungen gesammelt hatte, dachte ich mir, das könnte ich anderen Menschen ersparen, wenn ich ihnen einen Ratgeber an die Hand gebe, der sie dabei unterstützt. Als ich dann dem Tierarzt und Ernährungsexperten Dr. Uwe Romberger und der Tierphysiotherapeutin Christine Romberg vorschlug, zusammen ein kleines Buch zu schreiben, sagten beide spontan zu. Das Buch bieten wir kostenlos an, weil wir so viele Menschen wie möglich über diese ethische und gesunde Ernährungsform informieren möchten und somit auch sehr viele Tiere retten und ihnen ein besseres Leben bieten können.

10. Gibt es noch etwas, was wir dich nicht zum Thema vegane Lebensweise mit Haustieren gefragt haben und was du gern noch erzählen möchtest? Hast du vielleicht einen Appell an die Leserinnen und Leser?

Ich kann nur jedem Leser empfehlen, vegan zu leben und seinen Hund ebenfalls vegan zu ernähren. Für den Menschen ist es ein tolles Gefühl, das Unrecht auf dieser Erde zu vermindern und der Hund wird dem Menschen für sein langes, gesundes Leben sehr dankbar sein.

Zu Jeder Tag zählt e.V.

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